Early Access: Ein zweischneidiges Schwert!

Written by on 15. August 2018

Early Access Games erfreuen sich, spätestens seit dem Release von „Minecraft“ im Jahr 2009, ständig wachsender Beliebtheit.Early Access Gerade für Indie-Spieleentwickler liegen die Vorteile dieses Finanzierungsmodells klar auf der Hand und für nicht wenige Studios ist es sogar die einzige Möglichkeit, Games entwickeln und überhaupt fertigstellen zu können. Denn dahinter verbergen sich nicht selten Einzelpersonen oder kleine Gruppen, die unabhängig von Publishern bzw. Geldgebern arbeiten und daher nur über stark begrenzte finanzielle Mittel verfügen. Manchmal werden die Entwicklungskosten über Crowdfunding-Plattformen teilweise oder komplett gedeckt. Jedoch greifen mittlerweile trotzdem viele Entwickler, aus verschiedensten Gründen, auf Early Access zurück.

Einerseits haben Spieler die Möglichkeit, ein Game, das noch Monate oder sogar Jahre vor der eigentlichen Veröffentlichung steht, zu spielen und bei der Entwicklung, durch ihr Feedback maßgeblich mitzuwirken. Sie können den Fortschritt mit jedem Update aktiv verfolgen und sehen, welchen Einfluss die Implementierung neuer Inhalte auf das Spielgeschehen hat. Zum anderen können Spieleentwickler bereits auf Einnahmen zurückgreifen und damit die Arbeit am Spiel fortsetzen, ohne ein hohes finanzielles Eigenrisiko eingehen zu müssen. Ein weiterer großer Vorteil für die Macher ist das Feedback der Community, welches eine zeitaufwändige und teure Testphase nahezu überflüssig macht. So werden zum Beispiel Bugs gemeldet, Verbesserungsmöglichkeiten vorgebracht und das Spiel im besten Fall nach und nach den Wünschen und Vorschlägen der Community angepasst.

Early Access

…im besten Fall.
Denn hier machen sich die Schwachstellen des Early Access Modells deutlich bemerkbar.
Generell werden Käufer beim Erwerb von Early Access Titeln darauf hingewiesen, dass es sich bei der Version um ein nicht-fertiges Spiel, meist im Alpha- oder Betastadium, handelt. Der Entwicklungsstand kann jedoch sehr unterschiedlich ausfallen. Teilweise sind Early Access Games bei Verkaufsstart noch so von Bugs und Spielabstürzen geplagt, dass sie im Prinzip unspielbar sind. Es ist außerdem schon häufiger vorgekommen, dass Speicherstände durch Updates zerstört bzw. unbrauchbar wurden und der Spieler somit von vorn beginnen oder der Server neu aufgesetzt werden musste. Theoretisch ist jedem Käufer eines Early Access Titels klar, dass solche Probleme auftreten können, dennoch sorgen diese Situationen schnell für Frust in der Gaming-Community. Und spätestens dann kann es auch für den Spieleentwickler heikel werden! Denn wer sich für einen Early Access Titel interessiert, liest in der Regel Bewertungen anderer Spieler, schaut Gameplay-Videos an und tauscht sich mit anderen über das Game aus. Negative Erfahrungen und Rückschläge, vor allem, wenn sie häufig auftreten, können sich in den Köpfen der Spieler so festsetzen, dass es für Entwickler sehr schwer werden kann, die Meinung der Community zu ändern. So kann es durchaus passieren, dass ein Spiel bereits im Early Access bei den Spielern durchfällt und trotz Entgegenwirken und ständigen Verbesserungen der Entwickler dauerhaft „unten durch“ ist. Im schlimmsten Fall kann das ein Grund dafür sein, dass ein Spiel nie final fertiggestellt wird und das Projekt scheitert, bevor es überhaut richtig begonnen hat.

Außerdem gibt es durchaus schwarze Schafe im Early Access Bereich. Immer wieder bringen dubiose Entwickler Games heraus, die kaum funktionieren oder nie weiter entwickelt werden. In solchen Fällen werden schnell Betrugsvorwürfe laut, denn schon mehrfach wurden Spieler auf diese Weise Opfer von Abzocke und Betrug. Eine Rückerstattung des Kaufpreises ist in den meisten Fällen nicht möglich.

Unser Fazit:
Early Access kann sowohl für Entwickler als auch für Spieler eine echte Bereicherung darstellen und bringt beiden Seiten ganz „neue“ Möglichkeiten. Jedoch ist Spieleentwicklern anzuraten, sehr vorsichtig mit der Umsetzung dieses Finanzierungsmodells umzugehen, da der Traum vom eigenen, unabhängigen Spiel daran durchaus zerplatzen und das Vertrauen der Community verloren gehen kann. Spieler sollten sich beim Kauf darüber im Klaren sein, dass sie ein unfertiges Spiel kaufen und dieses möglicherweise nie fertiggestellt wird.


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